15.09.2026 · Presse
Verein plant digitale Hilfe für Trauernde
Der Verein „Rücksicht“ blickt auf ein ereignisreiches Jahr zurück. Von links: Guido Kohler (Vorsitzender), Maria Kopf (Stellvertretung), Rautgunde Massing (Schriftführerin), Eberhard Koch, Felix Schmidt, Rudolf Wald, Thomas Wölfle, Pierre Maurath (Kassenprüfer) und Nicole Hofmann (Kassenwartin). Foto: Erik Burkart
Die Badischen Neuesten Nachrichten haben am 15. September 2026 im Acher- und Bühler Boten über unsere erste Jahreshauptversammlung berichtet. Wir geben den Beitrag mit freundlicher Genehmigung der Redaktion wieder.
„Rücksicht“ in Ottersweier schafft Räume für Betroffene in Zeiten des Abschieds und Verlusts
Ottersweier (red). Der im März 2025 gegründete Verein „Rücksicht“ blickt auf ein erfolgreiches und intensives erstes Arbeitsjahr zurück. Wie der Verein mitteilte, zog der Vorsitzende Guido Kohler auf der ersten Jahreshauptversammlung eine positive Bilanz. Diese fand am 4. September in den vereinseigenen Beratungsräumen in der Seebühlstraße 7 in Ottersweier statt. Gemeinsam mit den Mitgliedern stellte Kohler die Weichen für eine digitale Zukunft des Vereins, der sich der Begleitung nach einer Fehl- oder Totgeburt sowie der Trauerverarbeitung beim Tod eines Kindes oder Elternteils widmet.
In seinem Vorstandsbericht ließ Kohler die Aktivitäten seit der Vereinsgründung Revue passieren, heißt es in der Mitteilung. Ein Schwerpunkt der ersten Monate lag auf der Schaffung der räumlichen Infrastruktur: Die Beratungsräume für die Trauerarbeit von Maria Kopf sowie die Beratungsräume von Kohler wurden eingerichtet und auf die jeweiligen Themenschwerpunkte abgestimmt.
Diese Räume bilden laut Mitteilung das Fundament für eine tiefgehende und sensible Unterstützung, die sich den existenziellen Fragen des Lebens widmet. Kohler unterstrich in seiner Ansprache die wachsende Bedeutung dieser Arbeit für die Gesellschaft: „Die spezialisierte Trauerarbeit und die palliative Suizidprävention werden in Zukunft tragende Säulen unserer psychosozialen Landschaft sein.“
Um Hilfesuchenden den Zugang zu diesen Angeboten so niederschwellig wie möglich zu machen, fasste die Versammlung den Beschluss, beide Fachbereiche auf einer gemeinsamen digitalen Plattform zusammenzuführen, so heißt es. Ziel des Projekts von „Rücksicht“ ist es, betroffenen Müttern, Vätern, Familien sowie Menschen in schweren Krisen in ganz Deutschland gezielte, praxisnahe Wege und passgenaue Unterstützung aufzuzeigen. Die Plattform soll Betroffenen und Angehörigen anonym sofort Orientierung, psychische Stütze und konkrete Hilfestellung in schweren Lebenskrisen bieten und auf Wunsch geeignete Hilfen bundesweit vermitteln.
Da der Verein diese Erweiterung vollständig aus eigenen Stücken stemmt, soll das Digitalisierungsprojekt über Spenden finanziert werden. Hierfür hofft der Verein auf breite Unterstützung aus der Bevölkerung und von Förderern.
Im Anschluss an den Bericht des Vorsitzenden legte Kassenwartin Nicole Hofmann den Finanzbericht vor. Sie bescheinigte dem jungen Verein eine solide und transparente Haushaltsführung. Um die finanzielle Kontrolle zu sichern, wählte die Versammlung Pierre Maurath zum Kassenprüfer. Mit starken Strukturen im Hintergrund und der Vision einer bundesweiten digitalen Anlaufstelle startet „Rücksicht“ motiviert in sein zweites Geschäftsjahr, um Menschen in Krisen- und Trauerzeiten noch effektiver beizustehen.
Der Verein „Rücksicht“ widmet sich neben der Begleitung nach einer Fehl- oder Totgeburt sowie der Trauerverarbeitung beim Tod eines Kindes oder Elternteils der Aufklärung über die Möglichkeiten der Palliativversorgung, insbesondere als Angebot für schwer kranke Menschen mit Suizidgedanken. Durch persönliche Beratung vor Ort und den Aufbau digitaler Hilfsangebote schafft der Verein Räume für Betroffene in schweren Lebenskrisen und leistet wichtige Arbeit im Bereich der palliativen Suizidprävention aus der Praxis, heißt es abschließend in der Mitteilung des Vereins.
Quelle: Badische Neueste Nachrichten, Regionalausgabe Acher- und Bühler Bote, Ausgabe vom 15. September 2026. Abdruck mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.
